Tagebuch Memoiren - Manni - Zu leben ist eine Schweinerei
Tuesday, 08 December 2009 18:53
Alle Jahre wieder... da werden Erinnerungen in mir wach.... an den Heiligabend 2006. Ich sage besser "Weihnachtsabend", denn meine Gedanken und Empfindungen waren damals alles andere als heilig...
Unsere Kyra war damals noch in einem Alter, in dem der höchstpersönliche Besuch eines Weihnachtsmannes der Gipfel der Glückseligkeit bedeutet. Unser "Stammweihnachtsmann", der allzeit bereite liebenswürdige Nachbar Schorsch, war leider im Sommer 2006 in eine andere, weit entfernte Stadt umgezogen. Klara bemühte sich, wie immer auf den letzten Drücker, 2 Tage vor Heiligabend um halbwegs adäquaten Ersatz.
Auf alle Fälle wiesen wir unsere Kyra schonmal an, den altbewährten Vierzeiler auswendig zu lernen, um dann für den Fall des Falles mit ihrem Piepsstimmchen aufsagen zu können:
"Lieber guter Weihnachtsmann,
schau mich nicht so böse an,
stecke deine Rute ein
ich will auch immer artig sein."
Das war keine große Arbeit für Kyra, die sich sowieso allerlei Reime und sonstige Sprüche merken konnte, die sie mal irgendwo aufgeschnappt hatte.
Am Morgen des 24. Dezember fragte ich Klara beiläufig um den Stand der Dinge in der Weihnachtsmann-Akquise. "Ach, ich habe gestern noch fix bei irgendeiner Agentur oder wie das heißt angerufen, wo man sich so ein Exemplar mieten kann...." murmelte sie nur etwas resigniert und sichtlich gestresst ob der vielen Weihnachtsvorbereitungen.
Wenige Stunden später klingelte es an der Tür, welche Kyra gespannt wie ein Flitzebogen öffnete.... Eine Frau betrat den Flur, und was für eine... Kyra stammelte nur sehr verdutzt:
"Lieber guter Weihnachtsmann ? -
hast Du ein kurzes Jäckchen an..."
Weiter kam sie nicht. Nora, ihre um ein paar Jahre ältere Schwester, vollendete den Satz:
"...und nicht viel drunter wie ich seh',
da draußen hat's doch Eis und Schnee.."
Ich konnte mich in letzter Sekunde noch stoppen, die literarische Ausgeburt meiner Fantasie laut herauszuposaunen, in Anbetracht von Klara an meiner Seite, also schickte ich meinen Weihnachtswunsch lautlos ins Universum:
Liebe gute Weihnachtsfrau
Bei Deinem tollen Körperbau
Und wie Du nimmst den prallen Sack
Ganz locker-lässig huckepack
Da kann ich gar nicht artig sein
Drum stecke meine Rute ein....
Am nächsten Tag schimpfte Klara mit sich selbst, sie sei bei der Suche nach der Weihnachtsmann-Agentur mehr als nachlässig gewesen und hätte versehentlich die falsche angerufen... Finde ich gar nicht!



























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